Boa c. imperator Belize Festlandsform

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Boa constrictor imperator Belize

Verbreitungsgebiet Belize

Geschätzte durchschnittliche Länge geschlechtsreifer Weibchen max. 180 cm

Taxonomischer Status Anerkannte CITES Unterart


Mexiko
Tarahumara
Belize
Crawl Cay
Ambergris Caye
Kolumbien
Ecuador
El Salvador
Costa Rica
Honduras
Nicaragua

 

Boa c. imperator Belize | Kaiserboa Belize | Belize Festlandsform |

Boa c. imperator – Belize

NACHZUCHTEN ABZUGEBEN

Die Republik Belize liegt an der Karibikküste, im Südosten der Halbinsel Yucatan. Es handelt sich um das einzige englischsprachige Land Mittelamerikas. Die Nachbarstaaten sind im Norden Mexiko und im Westen Guatemala.

Die Vegetation besteht überwiegend aus tropischem Regenwald, vereinzelten Kiefersavannen und Sumpfland. Fast die gesamte Küste ist von Mangroven bewachsen. 40% der Landesfläche wurden von den Behörden als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Belize besitzt ein subtropisches Klima mit einer fast ganzjährig hohen Luftfeuchtigkeit und oft sehr hohen Temperaturen. Im Landesinneren können Spitzenwerte von 38°C  erreicht werden

Die Trockenzeit dauert von Januar bis Mai, die Regenzeit von Mai bis Dezember. Letztere ist geprägt von meist kurzen aber sehr starken Niederschlägen. Von September bis Oktober ist die Hurrikan Saison. Glücklicherweise wird Belize nur alle paar Jahre von einem schweren Hurrikan heimgesucht.

Dieser Staat bietet drei verschiedenen Variationen von Kaiserboas einen Lebensraum. Es sind dies die Belize Festlandsform, sowie die Crawl Cay Boa c. imperator und die Cay Caulker Boa c. imperator. Die beiden letztgenannten stammen von Inseln, die dem Festland von Belize vorgelagert sind.

Die Belize Festlandsform von Boa c. imperator

Kaiserboas vom Festland Belizes sind in der Terrarienhaltung weitgehend unbekannt. Das gilt nicht nur für Europa, sondern auch für die USA, wie uns ein bekannter Züchter jenseits des großen Teiches erst kürzlich bestätigte.
Zufälligerweise haben nur die beiden Inselformen von Belize Eingang in die Terraristik gefunden. Doch zu denen kommen wir später, denn jetzt geht es um die Festlandsform.
Nach Angaben des Belize Zoos sind die Boa c. imperator (in Belize „wowla“ genannt) über das ganze Staatsgebiet verbreitet und ernähren sich von Vögeln, Nagetieren und Echsen. Diese Angaben ziehen wir nicht in Zweifel. Die weiteren Ausführungen jedoch, dass die Belize Boa bis zu 3,60m lang werden kann, gehören unserer Meinung nach in das Reich der Fabeln.
Ein Bericht von „National Geographic channel“ im Internet, der sich ebenfalls mit Belize Boas befasst, übernimmt diese Längenangabe und offeriert dazu noch ein Gewicht von „mehr als 20 Pfund“. Wohlgemerkt: Hier ist vom amerikanischen Pfund (pounds, lbs) die Rede, das mit 453 Gramm etwas magerer ausfällt als das deutsche Äquivalent.
Umgerechnet ergeben 20 US Pfund etwa 9 kg. Hierzu ist zu sagen, dass eine Boa constrictor von 3 Meter Länge normalerweise um die 20 kg wiegt. Das alleine zeigt schon, was von den Angaben hinsichtlich Größe und Gewicht zu halten ist.

Die Längenangabe passt ohnehin nicht ins Bild: Alle Boa c. imperator in Mittelamerika sind eher klein bleibend oder allenfalls mittelgroß, d. h. sie knacken kaum die 2m-Marke. Erst im südlichsten Teil des Verbreitungsgebietes (Kolumbien, Peru und Venezuela) kommen große Kaiserboas vor. Warum sollten also ausgerechnet die Imperatoren in Belize eine solche Länge erreichen?
Unbestritten ist jedoch, dass sie größer werden als ihre Verwandten auf den Barrier Inseln und den Korallenatollen der Karibischen See vor der Küste von Belize. 
Scott Boback, PhD, promovierter Herpetologe der Auburn Universtität in Alabama/USA fand bei Feldstudien auf der Insel Crawl Cay und dem Festland von Belize heraus, dass die Inselboas fast ausschließlich auf den Verzehr von Vögeln angewiesen sind, während sich die Vertreter der Festlandsform auch an Kleinsäugern und Leguanen gütlich tun können. Alles deutet darauf hin, dass der Größenunterschied zwischen der Festlands- und der Inselform nicht genetisch bedingt ist, sondern hauptsächlich am Futterangebot liegt. Scott Boback arbeitet gerade an einer Studie mit dem griffigen Titel „Nature or Nurture“ (Natur oder Ernährung) die diese Erkenntnis verifizieren soll.
Die Festlandsform der Belize Boa hat eine dunkelgraue bis dunkelbraune Grundfärbung und zahlreiche schwarze Sprenkel am Bauch. Die Schwanzfärbung ist graubraun. Alles in allem also eine sehr dunkle, wenig farbenprächtige Kaiserboa.
Die Belize Festlandsboa kommt in der Terrarienhaltung noch seltener vor als die beiden Inselformen.