Galerie Boa constrictor occidentalis

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Boa c. occidentalis - Südboa

Verbreitungsgebiet Argentinien, Paraguay

Geschätzte durchschnittliche Länge 300 cm und mehr

Taxonomischer Status Anerkannte CITES Unterart


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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Boa constrictor Nachzuchten abzugeben

Die Argentinische Boa besitzt eine dunkelbraune bis schwarze Grundfärbung, die im Kontrast zu hellen Schuppen das Boamuster bildet. Sie kann auch in der Terrarienhaltung eine Länge von 3 m und mehr erreichen.

Nicht alle Boa c. occidentalis sehen attraktiv aus. Schwarze Exemplare mit hohem Weisanteil jedoch, bei denen der Kontrast besonders ausgeprägt ist, sind eine Augenweide.

Übrigens ist nach unserer Erfahrung die Argentinische Boa wesentlich aktiver als die anderen Unterarten von Boa constrictor.

Als einzige Unterart von Boa constrictor ist die Occidentalis im Anhang I des Washingtoner Artenschutz Übereinkommens aufgeführt. Das bedeutet, dass sie als vom Aussterben bedroht gilt. Für die Vermarktung der Tiere wird deshalb eine Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörde benötigt.

In Argentinien sind in den vergangen 90 Jahren knapp 80 Prozent aller natürlichen Wälder abgeholzt worden. Von ursprünglich 106 Millionen Hektar im Jahr 1914 sind nur noch 33 Millionen Hektar erhalten, wie aus einer in Buenos Aires veröffentlichten Studie des argentinischen Umweltamtes hervorgeht.

Der Verlust entspricht mehr als der doppelten Fläche Deutschlands. Als Gründe führte die Studie die Ausweitung des Ackerbaues und der Viehzucht, sowie den Kahlschlag ganzer Landstriche durch die Holzindustrie an.

Quelle: Landshuter Zeitung vom 01.03.2003

Es ist daher kein Wunder, dass Boa c. occidentalis unmittelbar vom Aussterben bedroht ist.

Angesichts dieses Ausmaßes an Umweltzerstörung ist es mehr als gerechtfertigt, dass die Argentinische Boa in den Anhang I zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) aufgenommen wurde und damit  streng geschützt ist.

Ein Nebenprodukt dieses Status ist die Kennzeichnungspflicht. Dieser kann entweder durch das Einpflanzen eines Transponders (so genanntes „chippen“) oder durch Fotodokumentation genüge getan werden.



 

Die Kennzeichnungspflicht ist eine gut gemeinte Regelung, die sicherlich bei den meisten bedrohten Tieren ihren Sinn und Zweck erfüllt, sich aber bei Boa c. occidentalis reichlich kontraproduktiv ausgewirkt hat.

Bis zum Ende der 90er Jahre wurde die Argentinische Boa in Europa und den USA sehr häufig nachgezogen. Was die private Haltung betrifft, war also nichts davon zu merken, dass es sich hier um eine unmittelbar vom Aussterben bedrohte Unterart handelt.

Das änderte sich jedoch in Europa mit der Einführung der Kennzeichnungspflicht am 01.01.2001. Diese wirkt sich nämlich nicht gerade positiv auf die Motivation der Züchter von Südboas aus.

Wird ein solcher von seinem trächtigen Boa c. occidentalis Weibchen mit einem Wurf von (sagen wir mal) 20 Jungen beglückt, kommt er nun aufgrund der Kennzeichnungspflicht nicht mehr daran vorbei, jedes der Boababys einzeln zu halten. Anders ist es nämlich sehr schwer, bei der Abgabe eines Tieres die entsprechende, mit einem Foto der Boa versehene CITES - Bescheinigung fehlerfrei zuzuordnen.

Da wir gerade von den Fotos sprechen: Diese müssen bestimmte Merkmale der Tiere zeigen, um den behördlichen Anforderungen zu genügen. Leider wollen sich manche Exemplare partout nicht fotografieren lassen. So wird die Fotodokumentation nicht selten zu einer Qual für Züchter und Schlangenbaby.

Angesichts dessen ist es nicht verwunderlich, dass ein Großteil der Occidentalis Züchter sehr schnell die Nase voll hatte und zu anderen Unterarten wechselte, die nicht kennzeichnungspflichtig sind.

Das Resultat ist nun, dass die Argentinische Boa heutzutage wieder Mangelware geworden ist. Teilweise suchen Abgottschlangenliebhaber ebenso händeringend wie erfolglos nach solchen Tieren. Es wurde also mit der Kennzeichnungspflicht genau das Gegenteil von dem erreicht, was beabsichtigt war. Hier greift das schöne Sprichwort, dass gut gemeint oftmals das Gegenteil von gut ist.