Galerie Boa constrictor nebulosa

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Boa c. nebulosa - Dominicaboa - Clouded Boa

Verbreitungsgebiet Insel Dominica (Kleine Antillens)

Geschätzte durchschnittliche Länge bis zu 250 cm

Besonderheit oft süchtig nach Geflügel :o)


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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Boa constrictor Nachzuchten abzugeben

Der größtenteils von Regenwald bedeckte karibische Inselstaat Dominica (nicht zu verwech-seln mit der Dominikanischen Republik!) ist seit 1978 von Großbritannien unabhängig.

Ein umfassendes und beispielgebendes System von Naturparks hat dafür gesorgt, dass die üppige Tier- und Pflanzenwelt der Insel größtmöglichen Schutz genießt. Im Gegensatz zu St. Lucia besitzen also die dortigen Abgottschlangen ein sicheres Domizil und sind in ihrer Exis-tenz nicht gefährdet.

Die Berge auf Dominica sind die höchsten Erhebungen der Kleinen Antillen und vulkanischen Ursprungs. Die Insel selbst ist mit 47 km Länge und 21 km Breite relativ klein.

Durch das Fehlen von Sandstränden und eines internationalen Flughafens führt der Tourismus im Vergleich zu anderen Karibikinseln eher ein Schattendasein.

Dominica besitzt ein tropisches Klima, das durch nordöstliche Winde gemäßigt wird. Die Regenzeit dauert von Juli bis Oktober und ist die heißeste Zeit des Jahres. In diesen Monaten kommt es häufig zu schweren Regenfällen, die nicht selten zu Überschwemmungen und Erd-rutschen führen. Während der späten Sommermonate ist Hurrikan Saison.

Die „Clouded Boa“, wie sie im englischen Sprachraum genannt wird, hat eine graubraune Grundfärbung, von der sich das Abgottschlangenmuster kaum abhebt. Dieser „nebulösen“ Zeichnung verdankt die Dominica Boa auch ihren Namen. Sie besitzt übrigens die höchste Sattelflecken - Anzahl aller Subspezies von Boa constrictor.

Boa c. nebulosa wurde fast zeitgleich mit Boa c. orophias in die deutsche Terraristik einge-führt. Der bereits im Kapitel über die St. Lucia Boas erwähnte Züchter aus München hatte 1991 in den Niederlanden drei adulte Pärchen Dominica Boas erworben. Obwohl die Papiere etwas anderes sagten, handelte es sich vermutlich um Wildfänge. Dennoch akklimatisierten  sich die Tiere so gut, dass sie ab 1995 jahrelang regelmäßig für Nachwuchs sorgten.

 

Wir hatten ebenfalls die Gelegenheit, Erfahrungen mit dieser Unterart zu sammeln. Unser Zuchtmännchen erwies sich als hartnäckige Vogelfresser, der sich nur von Hühnerküken er-nähren wollte. Während sich unsere Gruppe aus durchgehend friedlichen Exemplaren von eher kleinem Wuchs zusammensetzte, handelte es sich bei den adulten Exemplaren des Münchner Züchters um wahre Furien. Bis heute haben wir noch keine aggressiveren Boas erlebt. Noch dazu war eines der Weibchen über 2.5 Meter lang und sehr kräftig.
Doch es gibt auch noch etwas anderes über die in Deutschland damals gehaltenen Boa c. nebulosa zu berichten:
Nach einer Fütterung zeigte sich plötzlich bei einem unserer beiden Männchen eine völlige Lähmung der hinteren Körperhälfte. Eine Röntgenaufnahme ergab, dass an einigen Stellen des Rückgrates die Wirbel verbindenden Gelenke verknöchert und zusammengewachsen waren. Das führte an diesen Punkten zur Versteifung der Wirbelsäule. Die beim Umwickeln und Würgen der Beute plötzlich auftretende massige Belastung zog an einer dieser Stellen eine Fraktur der Wirbelsäule nach sich. Das Resultat war eine Querschnittslähmung des Tieres, das schließlich eingeschläfert werden musste.
Als wir uns mit anderen Besitzern von Boa c. nebulosa diesbezüglich austauschten erfuhren wir, dass es noch weitere gleich gelagerte Fälle gegeben hatte. Der Verdacht einer immanenten Erbkrankheit in dieser Blutlinie ist daher nicht von der Hand zu weisen.
Im Übrigen ähnelt die weitere Geschichte von Boa c. nebulosa in der deutschen Terraristik verblüffend der von Boa c. orophias: Sättigung des Marktes innerhalb kürzester Zeit, Preis-verfall und schließlich Aufgabe der Zuchtbestrebungen bei den Haltern der Dominica Boas. Die Wirbelsäulengeschichte, die sehr schnell publik wurde, trug natürlich auch nicht gerade zur Popularität dieser Tiere bei.
Heutzutage sind Dominica Boas wieder eine Seltenheit, genauso wie Boa c. orophias. Wo sind sie nur alle geblieben?
Was die europäische Terraristik betrifft kann man also sagen, dass die St. Lucia Boa und die Dominica Boa miteinander gekommen und miteinander gegangen sind.