Gewissheit bei reinrassigen Boas aus den USA?

 

Boa constrictor Nachzuchten abzugeben

 

Diese Tier sieht aus wie eine reinrassige Boa c. constrictor aus dem Verbreitungsgebiet Surinam, der Vater war jedoch ein Boa c. imperator Männchen aus dem Verbreitungsgebiet Kolumbien! Die abgebildete Boa wurde in den USA gezüchtet! Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Mutter die für Surinam Boas korrekte Anzahl von Schuppen auch an einen Teil ihrer Babys weitergegeben hat. Deshalb ist das Schuppenzählen kein geeignetes Mittel, um die Reinrassigkeit einer Boa nachzuweisen. 



Gewissheit bei reinrassigen Boas aus den USA?

Nein, eher im Gegenteil, wie obiges Foto und unsere eigenen Feststellungen zeigen.

Boa c. constrictor von denen ein Elternteil aus Brasilien und der andere aus Guyana stammt werden als "Brazilian redtails" (Brasilianische Rotschwanzboas) angeboten, ähnliches gilt für Boa c. amarali wo Bolivianische Tiere und Brasilianische Tiere miteinander verpaart werden.

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Die meisten Boa constrictor "Spezialisten" in den USA wissen nicht einmal dass die silbergrauen Boa c. amarali aus der Region um Sao Paolo in Brasilien kommen und beschreiben diese Tiere als "Bolivian Amaralis". Wen wundert es da noch das hier munter Brasilianische und Bolivianische Boa c. amarali miteinander vermischt werden.

Das selbe gilt auch für Boa c. imperator. Die werfen die meisten Züchter jenseits des großen Teiches einfach alle in einen Topf (was das Züchten betrifft) und bezeichnen sie dann pauschal als "Central American Boas". Dass es allein in Mexiko schon mindestens 3 verschieden aussehende Sorten von Boa c. imperator gibt (die man nicht miteinander verpaaren sollte), interessiert dabei nicht.

Das sind nur ein paar Beispiele von vielen. Wir denken, dass die Gefahr an einen Mischling zu kommen bei Importen aus den USA oft noch größer ist als hierzulande. Dies insbesondere deshalb, weil diese Züchter schon darauf achten, keine verschiedenen Unterarten miteinander zu verpaaren, aber den Verbreitungsgebieten keine Beachtung schenken. Hier ist es dann für den Laien noch schwieriger, Mischlinge an der Optik zu erkennen.

Nachfragen hat ohnehin keinen Sinn, weil keiner zugeben würde, dass die Tiere Mischlinge sind. Oder glauben Sie im Ernst, dass auf die Frage: "Sind die Tiere auch wirklich reinrassig?" die Antwort kommt: "Nein, eigentlich nicht..."


Das letzte Quäntchen Vertrauen in die US - Züchter haben wir 2008 verloren.

Ein langjähriger Geschäftspartner in den USA  bot uns Nachzuchten von pastellfarbenen Kolumbianischen Boas an. Auf unsere Nachfrage erklärte er uns, dass es sich bei der Mutter der Nachzuchten um ein Tier aus seinem Bestand handele und der Vater aus der European Pastell  Blutlinie stammt. Daraufhin läuteten bei uns alle Alarmglocken, da wir wussten, dass es in Europa kaum reinrassige Kolumbianische Boas gibt.
Wir riefen deshalb den Züchter dieser Blutlinie an. Er erklärte uns gegenüber  völlig offen und ohne Umschweife, dass er nie behauptet habe, dass seine Tiere reinrassig seien und dass er keine Ahnung habe, aus welchem Land sein Zuchtmännchen kommt. Es sei einfach eine „stinknormale“ Boa, die er gekauft hatte und  wo dann der Nachwuchs zur großen Überraschung Pastellfarben wurde. Ihm und seinen Kunden gehe es hier nicht um Reinrassigkeit, sondern um die Färbung. Das war ein klares und ehrliches Statement.
Wir haben daraufhin den US Züchter mit dieser Aussage konfrontiert. Er entgegnete, dass er absolut sicher sei, dass es sich bei diesen Tieren um reinrassige Kolumbianer handele, da er die Schuppen gezählt habe und diese in das entsprechende Schema passen. Dass auch Mischlingsboas die entsprechende Schuppenzahl haben können, ging ihm offenbar nicht ein.
Aufgrund des Vertrauensverlustes haben wir dann die Geschäftsbeziehungen zu diesem Züchter beendet. Wir hatten später das Glück, Hyperpastellboas zu erwerben, bei denen die Herkunft aus Kolumbien gesichert ist.