Mischlingsboas

 

Boa constrictor Nachzuchten abzugeben

 

Wir schätzen, dass höchstens 2 - 3% der in Deutschland gehaltenen Boa constrictor reinrassig sind nach Unterart und Verbreitungsgebiet.

Wir glauben auch, dass ähnliche Zahlen für alle anderen Länder weltweit gelten

Lesen Sie auch unseren Bericht über Cites  Fälschungen (aus Mischling mach Reinrassig)!

...und wie es einem so gehen kann, wenn man Mischlinge als reinrassige Boas kauft und Jahre später damit nachzüchtet

 

Es sollte das Ziel eines jeden Riesenschlangenzüchters sein, diese vom Aussterben bedrohten Tiere so zu erhalten, wie sie in der freien Natur vorkommen.

Leider wurden in der Vergangenheit Pythons und Boas fast ausnahmslos ohne Rücksicht auf  ihre Unterart oder ihre geografische Verbreitung miteinander verpaart. Die Züchter taten dies teils aus Unkenntnis oder Fahrlässigkeit, oft aber auch - was noch schlimmer ist - aus Vorsatz.

Diesen Leuten haben wir es zu verdanken, dass es in Deutschland kaum noch Boa constrictor gibt, die reinrassig sind nach Unterart und Verbreitungsgebiet.

Es ist in unseren Augen schon eine arge Zuwiderhandlung gegen züchterische Prinzipien, Tiere derselben Unterart aus verschiedenen Verbreitungsgebieten zu verpaaren.

Beispiel gefällig? Es wird wohl in der freien Natur kaum vorkommen, dass sich eine Boa c. imperator aus Kolumbien mit einer ebensolchen aus El Salvador oder Belize trifft, um Junge zu machen. Noch dazu könnten diese Boas, obwohl sie derselben Unterart (Boa c. imperator) zugeordnet wurden, nicht verschiedener aussehen. Das betrifft sowohl die Größe, als auch Färbung und Zeichnung.

Aber in den deutschen Terrarien, da ist es möglich. Wenn das Kolumbianermännchen nicht paart, nehmen wir halt einen Imperatorbock aus Mexiko. Wenn das Costa Rica Weibchen eingegangen ist, muss halt zur Mutterschaft ein Imperatorweibchen aus Venezuela herhalten.

Sind ja alles Boa c. imperator....

So ist es bisher meistens gelaufen (oder noch schlechter). Kaum ein Züchter hat darauf geachtet, seine Boas auch nach dem Gesichtspunkt der geografischen Verbreitung rein zu erhalten, und nicht nur nach Unterart.

Deshalb unser Appell an Sie: Wenn Sie Boas züchten wollen, tun Sie das bitte mit Tieren, die jenen entsprechen, die in der freien Natur vorkommen. Sie helfen auf diese Weise mit, das Überleben dieser vom Aussterben bedrohten Arten zu sichern.

Ein Bekannter von uns, der sich gegenüber einem aufgebrachten Züchter rechtfertigten musste, weil er dessen Mischlingsboas als genetischen Schrott bezeichnet hatte, schrieb: „Die Verantwortung des Züchters wird oftmals unterschätzt.“ Uns hat dieser Satz sehr gut gefallen. Dem ist auch nichts hinzuzufügen.

Die Mischlingsboa Züchter argumentieren häufig damit, dass es in der Natur auch Mischlinge zwischen verschiedenen Unterarten von Boa constrictor gibt, nämlich dort, wo die Verbreitungsgebiete zweier Unterarten ineinander übergehen.

Dieses Argument (wir können es schon nicht mehr hören) zeugt von völliger Unkenntnis der tatsächlichen Gegebenheiten und wird auch durch ständige Wiederholung in unseren "geliebten" Schlangenforen nicht stichhaltiger.

Fakt ist, dass es sich bei den Exemplaren aus diesen Gebieten nicht um Mischlingsboas handelt, sondern um Übergangsformen, die genauso unverfälschte Wildformen sind, wie die Tiere aus dem Kernland eines Verbreitungsgebietes. Diese Übergangsformen haben mit willkürlichen Mischlingen in der Terrarienhaltung nichts zu tun und sehen auch vollkommen anders aus!

Damit es jeder versteht:

Wenn eine zentralamerikanische Boa c. imperator  (z. B. Mexiko, El Salvador, Costa Rica, Panama usw. usw.) mit einer südamerikanischen Boa c. constrictor (z. B. Surinam, Guyana, Brasilien, Peru usw. usw.) in einem Terrarium verpaart wird ist das Ergebnis keine solche Boa,  wie sie in jenen Regionen vorkommt, wo die Verbreitungsgebiete von Boa c.imperator und Boa c. constrictor ineinander übergehen!

Wie erkennt man einen Bastard?

Das ist eine Frage, die uns als Kenner und Liebhaber von Boa constrictor sehr häufig gestellt wird. Die Antwort darauf lautet: Im schlimmsten Fall überhaupt nicht. Nehmen wir einmal an, ein "Züchter" würde ein Boa c. constrictor Weibchen, Verbreitungsgebiet Surinam mit einem Boa c. imperator Männchen, Verbreitungsgebiet Kolumbien kreuzen. Es entstehen daraus – sagen wir mal – 20 Junge. Sie können sicher sein, dass bei diesem Wurf mindestens ein Tier dabei ist, das aussieht wie Mammi, also alle äußeren Merkmale einer reinrassigen Surinamrotschwanzboa (Boa c. constrictor) aufweist und von einer solchen nicht zu unterscheiden ist. Es wird auch mindestens ein Schlangenbaby dabei sein, das alle Merkmale des Vaters geerbt hat und aussieht wie eine Boa c. imperator aus Kolumbien. Werden diese Tiere später zur Zucht verwendet, fliegt der Schwindel allerdings auf, weil die Jungen dann ziemlich multikulturell aussehen.

Im Anzeigenjournal des DGHT (Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde) haben wir in letzter Zeit öfters in den Inseraten den Zusatz "... 100%" reinrassig" gelesen. Diese Formulierung wird seit neuesten gerne verwendet, weil Mischlinge kaum mehr abzusetzen sind und reinrassige Tiere teurer verkauft werden können. Meist hält diese „Reinrassigkeitsbehauptung“ einer gründlichen Überprüfung jedoch nicht Stand. Da kommen dann  Aussagen wie: "Der Züchter hat mir versichert, die Tiere seien reinrassig, aber genau weiß ich es nicht", oder "... aus dem Verhalten der Zuchttiere, als sie noch Babys waren schließe ich, dass deren Eltern Wildfänge gewesen sein müssen".

Oh mei, würde man in Bayern sagen...

Deshalb gibt es nur eine Möglichkeit, um hundertprozentig sicher zu gehen: Nur aus absolut zuverlässiger Quelle Tiere erwerben.

Als oberste Maxime gilt:

Der Stammbaum eines jeden Tieres sollte sich bis ins Herkunftsland zurückverfolgen lassen!

Nur wenn dies möglich ist, können Sie sicher sein, eine Schlange zu erwerben, die reinrassig ist nach Unterart UND Verbreitungsgebiet.

Dasselbe gilt übrigens auch für die Beurteilung der „lokalen Varianten“ von Boa c. constrictor und Boa c. imperator (= z. B. Boa c. constrictor aus Peru, Brasilien, Surinam, Trinidad oder Boa c. imperator aus Belize, Mexiko, Ecuador usw.). Auch hier lässt sich zweifelsfrei nur etwas sagen, wenn man Ahnenforschung betrieben hat.

Leider liegt es in der Natur des Menschen am ehesten das zu glauben, was er gerne glauben möchte. Deshalb wird die Behauptung es handle sich um reinrassige Nachzuchten der (zum Beispiel) Honduras Variante von Boa c. imperator nur allzu gerne ungeprüft übernommen, wenn die Tiere zu einem günstigen Preis hergehen. Seien Sie gewarnt: Da in den letzten Jahren die Nachfrage nach reinrassigen Boa constrictor Unterarten immens gestiegen ist, weiß mittlerweile auch der dümmste Mischlingsboazüchter, was er den Leuten erzählen muss.

Dazu kommt noch, dass es unter den Haltern und Züchtern von Boa constrictor viele Leute gibt, die nicht wissen, dass ihr Tier ein Mischling ist. Sie werfen einen Blick auf die Cites - Bescheinigung (die ja bei vielen älteren Abgottschlangen noch vorhanden ist) und lesen darauf Boa c. constrictor oder Boa c. imperator.

Nun, wenn es die Naturschutzbehörde schon rein schreibt, dann muss es ja wohl stimmen! Oder nicht?

Nein! Den zuständigen Sachbearbeitern fehlte meistens das Fachwissen, einen Bastard von einer reinrassigen Abgottschlange zu unterscheiden. So wurde munter das vermerkt, was der Züchter an- oder vorgab.

Insbesondere für Schlitzohren unter den Züchtern war dies ein gefundenes Fressen. Eine Bastardboa mit einem roten Schwanz wurde flugs zur Surinamrotschwanzboa. Fehlte der rote Schwanz, wurde sie als Boa c. imperator vermarktet. Es gibt heute noch genügend Leute mit Mischlingsboas, die Stein und Bein schwören, sie hätten eine reinrassige Boa c. constrictor oder Boa c. imperator.

Das Tier sieht aus wie eine reinrassige Boa c. constrictor aus dem Verbreitungsgebiet Surinam, der Vater war jedoch ein Boa c. imperator Männchen aus dem Verbreitungsgebiet Kolumbien! Dieses Geschöpf ist der lebende Beweis dafür, dass es unmöglich ist, nur aufgrund des Aussehens  zu bestimmen, ob es sich um eine reinrassige Boa handelt, oder nicht. Das Tier sieht aus wie eine reinrassige Boa c. constrictor aus dem Verbreitungsgebiet Surinam, der Vater war jedoch ein Boa c. imperator Männchen aus dem Verbreitungsgebiet Kolumbien! Sie sehen, was da auf uns zukommt (Lug und Betrug sind Tür und Tor geöffnet) und verstehen vielleicht nun, warum wir für unsere Zuchtprojekte fast ausschließlich auf Wildfänge und Farmnachzuchten zurückgreifen.

Das Foto wurde uns freundlicherweise von Tom Burke zur Verfügung gestellt. Er hat das Tier nicht gezüchtet, sondern nur erworben.

Hat man bei "reinrassigen Boas aus den USA" die Gewissheit reinrassige Tier zu bekommen, weil sie aus den USA sind?

Nein, eher im Gegenteil, wie obiges Foto und unsere eigenen Feststellungen zeigen.

Boa c. constrictor von denen ein Elternteil aus Brasilien und der andere aus Guyana stammt werden als "Brazilian redtails" (Brasilianische Rotschwanzboas) angeboten, ähnliches gilt für Boa c. amarali wo Bolivianische Tiere und Brasilianische Tiere miteinander verpaart werden.

Der einzige in den USA, der die letzten Jahre nachweislich reinrassige Boa c. constrictor aus Brasilien nachgezogen hat ist Gus Rentfro.

Die meisten Boa constrictor "Spezialisten" in den USA wissen nicht einmal dass die silbergrauen Boa c. amarali aus der Region um Sao Paolo in Brasilien kommen und beschreiben diese Tiere als "Bolivian Amaralis". Wen wundert es da noch das hier munter Brasilianische und Bolivianische Boa c. amarali miteinander vermischt werden.

Das selbe gilt auch für Boa c. imperator. Die werfen die meisten Züchter jenseits des großen Teiches einfach alle in einen Topf (was das Züchten betrifft) und bezeichnen sie dann pauschal als "Central American Boas". Dass es allein in Mexiko schon mindestens 3 verschieden aussehende Sorten von Boa c. imperator gibt (die man nicht miteinander verpaaren sollte), interessiert dabei nicht.

Das sind nur ein paar Beispiele von vielen. Wir denken, dass die Gefahr an einen Mischling zu kommen bei Importen aus den USA oft noch größer ist als hierzulande. Dies insbesondere deshalb, weil diese Züchter schon darauf achten, keine verschiedenen Unterarten miteinander zu verpaaren, aber den Verbreitungsgebieten keine Beachtung schenken. Hier ist es dann für den Laien noch schwieriger, Mischlinge an der Optik zu erkennen.

Nachfragen hat ohnehin keinen Sinn, weil keiner zugeben würde, dass die Tiere Mischlinge sind. Oder glauben Sie im Ernst, dass auf die Frage: "Sind die Tiere auch wirklich reinrassig?" die Antwort kommt: "Nein, eigentlich nicht..."

Zucht mit Mischlingen

Inzwischen sind die meisten Leute, die sich ernsthaft mit dem Thema „Boa constrictor“ auseinandersetzen schon auf die Bastardproblematik gestoßen.

Das hat mittlerweile dazu geführt, dass die Interessenten großen Wert drauf legen, ein reinrassiges Tier zu erwerben.

Als Folge davon wird es zunehmend schwieriger, Mischlingsboas zu verkaufen, weil immer weniger Leute so ein Tier haben wollen.

Wenn Sie zu Zuchtzwecken zum Beispiel ein Pärchen nicht reinrassiger Boa constrictor erwerben, müssen Sie damit rechnen, später einmal auf den Jungen sitzen zu bleiben. Viele Züchter in dieser Lage versuchen dann ihr Glück bei Zoohandlungen. Aus diesem Grund  können Sie nicht einmal sicher sein, dass Ihnen die Tiere dort noch abgenommen werden.

Boa constrictor Mischlinge erkennen | Mischlingsboa Erkennungsmerkmale | Mischlingsboa erkennen | Bastard Boa constrictor | Boa constrictor Kreuzung Erkennungsmerkmale | Bastardboa erkennen | Reinrassige Boa von Mischlingsboa unterscheiden

 

Videoclip: Wie man die Reinrassigkeit einer Boa constrictor bestimmt

 


Ohnehin erzielen Mischlingsboas so ziemlich den geringsten Verkaufserlös von allen Riesenschlangen. Nun werden Sie sich vielleicht fragen, warum wir hier über Geld reden. Ganz einfach: In unserer Tätigkeit als Sachverständige für die Landratsämter in Bayern werden wir regelmäßig von den Behörden bei Bestandskontrollen hinzugezogen. Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass es IMMER die „Billigschlangen“ (bitte verzeihen Sie uns den Ausdruck, wir wollen ihn wertfrei verstanden wissen) sind, die unter miesesten Bedingungen gehalten werden. Die meisten dieser Schlangen wurden für relativ billiges Geld in Zoohandlungen gekauft. Die Käufer machten sich aufgrund des niedrigen Anschaffungspreises wenig Gedanken über die Bedürfnisse ihrer Tiere, nach dem Motto: „Ist ja nicht viel Geld verloren, wenn das Vieh eingeht“.

Wir wollen damit nicht sagen, dass alle Besitzer von preisgünstig erworbenen Riesenschlangen ihre Tiere schlecht halten. Es ist lediglich so, dass all´ diese armen Geschöpfe ohne ein vernünftiges Terrarium, deren Besitzer nicht mal ein Buch gekauft hatte um nachzulesen, welche Bedürfnisse sein Reptil hat,  „Billigschlangen“ (sprich: Mischlingsboas, Königspythons, Tigerpythons) waren.

Wenn Sie also einen Wurf Mischlinge bei der Zoohandlung abgeben, können Sie sicher sein, dass ein Teil dieser armen Geschöpfe das erste Lebensjahr aufgrund der unzureichenden Pflege durch den künftigen Besitzer nicht vollenden wird. Wollen Sie das? Auch hier gilt wieder der Satz: „Die Verantwortung des Züchters wird oftmals unterschätzt.“

Auf gar keinen Fall sollte man eine reinrassige Boa mit einem Mischling verpaaren!

Nun werden Sie vielleicht sagen: „Ich will ja gar nicht züchten, sondern nur eine einzelne Riesenschlange halten“. Seien Sie versichert: Die wenigsten Leute, die später einmal züchten, hatten das von Anfang an geplant. Deshalb raten wir Ihnen auch beim Erwerb eines Einzeltieres all das zu bedenken, was wir Ihnen eben geschildert haben.

Aber sogar wir haben einige Mischlinge zuhause...

. . . . Und wie es in der Regel läuft, zeigt folgende Email Korrespondenz, die uns freundlicherweise von Daniel Nägele (www.dn-reptiles.de) zur Verfügung gestellt wurde:

----- Original Message -----

From: Nägele

To: webmaster@boa-constrictors.com

Sent: Thursday, January 29, 2009 11:50 AM

Subject: Fw: surinam bock

Hallo Familie Stöckl,

hier mal wieder ein tolles Beispiel...

Was soll man da noch sagen ?!

HATTE IHN ANGESCHRIEBEN WEGEN SEINEM REINRASSIGEN SURINAM-BOCK UND SO HAT ES GEENDET :-)

Vielleicht könnt Ihr die Mail ja gebrauchen für eure HP oder anderes...

MFG und schönen Tag noch, Daniel

www.dn-reptiles.de

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----- Original Message -----

From: xxxxxxxx

To: d.naegele@gmx.net

Sent: Wednesday, January 28, 2009 7:12 PM

Subject: RE: surinam bock

Hi Daniel,

Danke für dein Interesse. Die Boa kommt aus Deutschland und ist eine NZ von 2006.

Hier hast du noch ein paar Bilder.

Mfg xxxxxx

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From: d.naegele@gmx.net

To: xxxxxxxxx

Subject: Re: surinam bock

Date: Wed, 28 Jan 2009 23:26:43 +0100

Hallo,

vielen dank für die Bilder...

Wer war den Züchter? Bei reinrassigen Tieren ist das ja immer so ein ding...

Sieht etwas dünn aus der kleine, wie groß und schwer? Und was hast du dir preislich vorgestellt?

Vielen dank MFG Daniel

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----- Original Message -----

From: xxxxx

To: d.naegele@gmx.net

Sent: Thursday, January 29, 2009 8:39 AM

Subject: RE: surinam bock

Hi Daniel,

den Züchter kann ich dir leider nicht sagen. Habe das Tier von einem älteren Herrn gekauft der es auch nicht wusste.

Aber anhand der Zeichnung kann man doch sehr gut erkennen das es ein reinrassiges Tier ist.

Also seine 1,30cm wird er schon haben sieht nur auf dem Foto so klein aus, wieviel er wiegt kann ich dir leider nicht genau sagen.

Habe das Tier vor ca. einer Woche aus der Winterruhe geholt deswegen ist er ein wenig abgespeckt ;-).

Da er aber ein guter Fresser ist sollte das kein Problem sein.

Meine Preisvorstellung liegt bei 400?.

MfG

Xxxxxxxxxx

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From: d.naegele@gmx.net

To: xxxxxx

Subject: Re: surinam bock

Date: Thu, 29 Jan 2009 11:02:14 +0100

Hi,

leider ist soetwas mir zu heikel und zu riskant.

Am aussehen einer Boa kann man NIEMALS etwas entscheiden!

Lies mal bitte den Interessanten Bericht unter http://www.boa-constrictors.com

Sparte MIX-BOAS...

ich bitte dich das Tier nicht weiter als reinrassige Boa c.c. Surinam anzubieten, den wenn einer die Sattelflecken und Schuppen zählt könnte er dir nachweisen das es keine reine c.c. ist. Und dann hast großen ärger...

Ohne Nachweis ist es grobfahrlässig so ein Tier zuverkaufen.

Kannst ja auch mal unter meiner HP www.dn-reptiles.de nachlesen, viele tun dies in Unwissenheit und so kommen MIXE die reinen ähneln auf den Markt.

MFG und schönen Tag noch, Daniel

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---- Original Message -----

From: xxxxxxxx

To: d.naegele@gmx.net

Sent: Thursday, January 29, 2009 11:25 AM

Subject: RE: surinam bock

Hi,

tut mir leid aber ich bin mir SEHR sicher das es eine Boa c. c. Surinam ist. Deswegen werde ich Sie auch weiter anbieten.

Leider ist auf Fotos auch nicht immer alles zu erkennen...... 

MfG



Fassen  wir also zusammen:

- der Züchter der Boa ist nicht bekannt,

- die Herkunft des Tieres ist nicht bekannt (außer dass sie aus Deutschland kommt *kopfschüttel*),

- die Elterntiere sind nicht bekannt

aber der Besitzer ist sich SEHR sicher, dass es eine Boa c. constrictor aus Surinam ist. Deshalb wird er das Tier auch weiterhin so anbieten.

Wir sind sicher, dass er schließlich auch jemanden finden wird, der es als reinrassige Surinamboa kauft (das passiert jeden Tag). Wir sind immer wieder erstaunt, mit welcher Blauäugigkeit "reinrassige" Abgottschlangen erworben werden. Insofern sagen wir "Hut ab" vor Herrn Nägele, der sich mit solchem "bla bla" nicht zufrieden gegeben hat.

Nächster Fall:

Wie es einem gehen kann, wenn man auf die Ahnenforschung verzichtet (sei es aus Gutgläubigkeit oder wie in diesem Fall, weil man noch neu in der "Boa constrictor" - Welt ist) zeigt das Beispiel von Sandra Heeg. Ihr wurde dieses Tier in einer Zoohandlung als "Boa c. orophias" verkauft:

Mischlingsboa, vermutlich Kreuzung zwischen Hog Island Boa und einer Mischlingsboa mit Vorfahren aus Kolumbien; verkauft als "Boa c. orphias"Mischlingsboa, vermutlich Kreuzung zwischen Hog Island Boa und einer Mischlingsboa mit Vorfahren aus Kolumbien; verkauft als "Boa c. orphias"

Foto: Sandra Heeg

Boa c. orophiasZum Vergleich: Boa c. orophias,eine "echte" :o)

Foto: Jeff Murray

Die Vorstellung, eine Boa c. orophias in einer Zoohandlung kaufen zu können, ist aufgrund der Seltenheit dieser Tiere völlig absurd. Hier wurde die Unerfahrenheit der Frau Heer schamlos ausgenutzt. 

Leider sind das keine Einzelfälle, sondern eher schon fast die Regel...