News Seite 1

Zoologen der Uni Jena studieren die Verdauungsvorgänge bei Riesenschlangen. 

An der Universität Jena untersuchten Zoologen die Verdauungsvorgänge bei Riesenschlangen. Dazu wurden modernste medizinische Geräte, wie Ultraschall und Kernspintomographen verwendet. So konnten die Verdauungsvorgänge (Gott sei Dank) am lebenden Objekt untersucht werden.

Nach Angaben der Zoologen hat diese Fressforschung schon erstaunliche Ergebnisse geliefert:
Riesenschlangen verfügen über eine Art Turboverdauung, bei der sich ihre inneren Organe extrem ausdehnen. Der Stoffwechsel kommt höher auf Touren, als bei einem 100m Läufer.

Die Reptilien leisten bei der Nahrungsverarbeitung Schwerstarbeit. Erstaunlicherweise wird im Magen der Tiere zuerst nur der Kopf des Beutetieres weggeätzt. Erst anschließend wird der kopflose Körper aufgelöst. Innerhalb 2 Tagen verwandelt sich die Beute restlos in Futterbrei. Nach und nach fließt der Nahrungsbrei dann in den schlauchförmigen Darm. Innerhalb weniger Stunden schwillt der Verdauungsapparat dabei auf das dreifache seiner Normalgröße an. Auch das Gewicht des Verdauungsapparates nimmt drastisch zu. Nur so kann die plötzliche Nährstoffschwemme bewältigt werden.

Zum Verdauen eines ganzen Schweins braucht eine Würgeschlange wenig mehr als eine Woche. Schon während des Schlingaktes beginnen die Schlangen tiefer und heftiger zu atmen. Herz und Lunge laufen zur Hochform auf. Beim Verdauen einer größeren Beute verbrauchen die Schlangen 40 mal mehr Sauerstoff als im Ruhezustand. Ansonsten würden dies nur Rennpferde im Galopp für einige Minuten erreichen, die Riesenschlangen halten dies tagelang durch.

Diese Stoffwechselhöchstleistung führt dazu, dass nur die Hälfte der Kalorien die Energiespeicher erreicht. Der Rest wird schon während des Verdauungsprozesses verfeuert. Nun, die Tiere haben keine Wahl. Sie müssen so schnell verdauen. Die unzerkleinerten Beutetiere beginnen unmittelbar nach dem Verzehr von innen her zu verwesen, und erzeugen Gase die zu schmerzhaften Blähungen führen. Noch weit gefährlicher sind die entstehenden Leichengifte. Schon manche Riesenschlange hat sich an einem zu großen Beutetier zu Tode gefressen. Längere Futterpausen sind notwendig weil die Darmschleimhäute so stark strapaziert werden, dass es zum Teil Monate braucht, sie wieder zu regenerieren.

Wir danken Jürgen Kromer www.boa-constrictor.de für die Erlaubnis zur Veröffentlichung dieses Artikels.