Galerie Boa constrictor constrictor Brasilien

Boa c. constrictor Brasilien - Brasilianische Rotschwanzboa

Verbreitungsgebiet Brasilien

Geschätzte durchschnittliche Länge geschlechtsreifer Weibchen Ca. 190 - 220 cm

Taxonomischer Status Anerkannte CITES Unterart


Brasilien
Surinam
Guyana
Peru
Trinidad
Venezuela
Kolumbien

 

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Nachzuchten abzugeben

 

Brasilianische Rotschwanzboas sind in der Terraristik kaum zu finden. Der Grund hierfür ist, dass die dortige Regierung schon Anfang der 80er Jahre den Export von geschützten Tieren (von ganz wenigen Ausnahmefällen abgesehen) untersagte. Auch die private Haltung war bis vor kurzem nicht erlaubt.

Ab und zu haben aber doch Abgottschlangen in den Koffern von Touristen das Land verlassen. 1984 brachte ein Bayerischer Tourist einige Boa c. constrictor Babys, die er auf einem Markt in Belem erstanden hatte, nach Deutschland. 1990 gelang ihm eine Nachzucht mit diesen Tieren. Es war ein relativ kleiner Wurf von 10 Boa Babys.

1992 klappte es dann nochmals. Danach verstarben die „importierten“ Elterntiere.

1996 schließlich kamen die ersten Jungen zur Welt, die von der 1990 geborenen F1 – Generation stammten. In den USA werden zwar mehr Brasilianische Rotschwanzboas als in Europa gehalten, aber im Vergleich zu Boa c. constrictor aus Surinam, bzw. den Guyanas ist das auch nur eine verschwindend geringe Anzahl.

Stellt man die Größe des Verbreitungsgebietes der Anzahl der in der Terraristik gehaltenen Tiere gegenüber, so wird schnell klar, dass über die Farb- und Zeichnungsvarianten von Brasilianischen Boa c. constrictor kaum etwas bekannt ist.

Fast alle Länder Südamerikas teilen mit Brasilien eine Außengrenze. In den meisten Fällen ist dies nur eine von Politikern gezogene Linie auf der Landkarte, aber kein natürliches Hindernis, welches die Verbreitung von Boa constrictor und anderen Tieren in den jeweiligen Grenzgebieten verhindern könnte. Die Brasilianischen Rotschwanzboas an der Grenze zu Surinam sehen also anders aus als jene, die im Grenzgebiet zu Peru vorkommen. Dasselbe gilt für solche aus dem Grenzgebiet zu Kolumbien usw.

Mehr oder weniger stark ausgeprägte dunkle Zeichnungsmuster (bis hin zu zahlreichen schwarzen Sprenkeln) in den hellen Bereichen zwischen den Sattelflecken scheinen für die Brasilianischen Boa c. constrictor, die noch weiteraus dem Landesinneren kommen, typisch zu sein.

 

In den Terraristik sind hauptsächlich zwei Varianten der Boa c. constrictor aus Brasilien bekannt. Die schönsten und begehrtesten  sind die Tiere aus dem Nordosten Brasiliens, der an den Atlantik grenzt. Es handelt sich dabei um Rotschwanzboas mit einer sehr hellen, fast elfenbein-, bzw. ockerfarbenen Grundfärbung und einer gelegentlich aberranten Sattelfleckenzeichnung. Die Abgottschlangen aus dieser Region haben in der Terraristik den legendären Ruf der Brasilianischen Boa c. constrictor als unschlagbare Schönheiten begründet.

Für diese Variante hat sich dank des Eingangs erwähnten bayerischen Touristen, der die ersten Exemplare diese Variante in den 1980ern in Belem auf dem Markt erworben hatte, die Bezeichnung "Belem Boa" durchgesetzt. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Tiere aus dem brasilianischen Bundesstaat Pará stammten. In der Terraristik aufgetauchte Exemplare, die eindeutig unter dem Begriff "Belem – Boas" einzuordnen sind und in der Region Ilha de Marajó (Pará) der Natur entnommen wurden, stützen diese Hypothese.

In Europa gibt nicht einmal eine Handvoll Züchter der "Belem" Boa c. constrictor aus Brasilien. Der einzige Züchter dieser Variante in den USA war Gus Rentfro, der sich jedoch 2013 aus der Szene zurückgezogen hat.

Die zweite in der Terraristik verbreitete Variante der Brasilianischen Rotschwanzboa sind die aus den USA eingeführten "North Brazilian Redtails", die nordbrasilianischen Rotschwanzboas. Diese stammen aus dem Grenzgebiet zu Surinam und den Guyanas und unterscheiden sich von ihren nördlichen Verwandten hauptsächlich durch die fehlende Farbenpracht, was die Flanken der Boas betrifft. Diese Aussage gilt jedoch unter Vorbehalt, weil man aufgrund der wenigen bekannten Exemplare in der Terraristik nicht auf die gesamte Population in den nördlichen Grenzgebieten Brasiliens schließen kann.