Geburt der Boas

Geburt von Boas

Bei den Boas läuft die Geburt nach dem Motto „was du siehst ist was du kriegst“ ab. Also kein Rumraten, ob das Ei noch gut ist, ob es auch wirklich befruchtet wurde, ob das Junge darin noch lebt usw. wie bei den Eier legenden Pythons.

Die Boababys werden in einer elastischen, transparenten Eihülle geboren, die sie durchstoßen müssen. Hier trifft die Natur bereits ihre erste Auswahl: Die schwächlichen Tiere schaffen es nicht und gehen zugrunde.

Wir haben aber auch schon mehrmals gesehen, dass Boamütter nach der Geburt mit ihrer Schnauze die Jungen zur Aktivität stimulieren, bzw. die Eihüllen aufreißen um ihnen zu helfen. Sollten Sie das Glück haben, dem Geburtsvorgang beizuwohnen, können Sie diese Arbeit übernehmen, wenn es die Boamutter nicht tut. Es sei denn, Sie wollen hart sein und nur das am Leben lassen, was stark ist.

Sollten Sie selbst Hand anlegen, ist Vorsicht geboten, denn beim Geburtsvorgang und danach ist mit einer Boamutter nicht gut Kirschen essen.

Zusammen mit den Jungen werden bei der Geburt meistens auch unbefruchtete Eier, so genannte „Wachseier“ mit ausgeschieden. Wenn Sie Pech haben, wurde kein Ei befruchtet und es erfolgt eine Lieferung von 100% Wachseier (der Wunschtraum eines jeden Züchters).

Geburt von Boa c. constrictor

Erstversorgung neugeborener Boas

In der Natur sind neugeborene Boas von Anfang an völlig auf sich allein gestellt. Als Nestflüchter verlassen sie schon nach wenigen Stunden den schützenden Bereich der Mutter. Gesunde und fitte Tiere häuten sich innerhalb von 14 Tagen nach der Geburt und fressen anschließend selbständig.

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Insofern wäre außer den erforderlichen Reinigungsmaßnahmen im Terrarium nichts zu veranlassen. Es hat jedoch verschiedene Vorteile, wenn den Boababys eine Erstversorgung zuteil wird. Und die sieht folgendermaßen aus:

  • Abtrocknen des Boababys mit einem Papierhandtuch (z. B. Zewa) von Resten des Geburtsvorganges
  • Abschneiden der Nabelschnur unterhalb des abgebundenen Bereiches mit einer steril gemachten Schere
  • Kurzes Bad des Tieres in lauwarmen Wasser um die letzten klebrigen Reste des Geburtsvorganges abzuwaschen
  • Abtrocknen des Boababys mit einem Papierhandtuch (z. B. Zewa)
  • Pudern der Nabelschnur mit einem Wundpuder aus der Apotheke
  • Tier in ein frisch gereinigtes und mit Küchentüchern ausgelegtes Terrarium setzen
  • Am nächsten Tag Küchentücher wechseln und pudern der Nabelschnur noch mal wiederholen

Durch diese Handhabungen gleich nach der Geburt und am nächsten Tag wird das Riesenschlangenbaby an den Menschen gewöhnt und verliert den größten Teil ihrer angeborenen Aggressivität. Außerdem verhindern Sie durch die Versorgung der Nabelschnur mögliche aufsteigende Infektionen.

Der Dottersack mit dem die Boababys über die Nabelschnur verbunden sind,  ist bei normal entwickelten Tieren zum Geburtszeitpunkt komplett aufgebraucht. Aber es sind oft auch Riesenschlangenbabys mit im Wurf, die noch einige Tage „gebraucht hätten“. Diese hängen noch an einem mehr oder weniger großen Dottersack.

Es wäre jetzt falsch, sie auf die vorher beschriebene Weise davon zu trennen. Versuchen Sie, das Tier mitsamt dem Dottersack in eine „Petbox“ (Plastikbehälter) zu geben, die mit angefeuchteten Papierküchentüchern ausgelegt ist. Geben Sie den Behälter mit dem Tier in ein warmes Terrarium. Mit etwas Glück wird das Frühchen noch einen guten Teil des Dottersackes aufnehmen und so den Sprung ins Leben genauso wie seine gut entwickelten Geschwister schaffen.

Noch ein Hinweis für Erwerber von Boababys: Der etwa 1.5 cm lange „Längsschnitt“ am Bauch der Tiere ist normal. Er stammt von der Nabelschnur, die an dieser Stelle war. Das verwächst sich mit der Zeit.