Fütterung und Ausscheidungen

Wie oft soll die Schlange gefüttert werden?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Für Babys gilt, wie vorher schon erwähnt, dass man sie nicht öfters als alle 10 bis 14 Tage füttern darf (darf, nicht sollte!).

Haben sie das erste Lebensjahr gut hinter sich gebracht, ist es bei den größeren Unterarten (Boa c. constrictor, Boa c. occiden­ta­lis) durchaus empfehlenswert, ihnen ein Jahr lang wöchentlich etwas anzubieten. In diesem zweiten Lebensjahr ist das Wachstum am größten und alles, was die Schlange jetzt erhält, wird von ihr in Länge umgesetzt.

Besonders Nachzuchten von Boa c. constrictor entpuppen sich hier als wahre Mülleimer. So sehr sie im ersten Jahr mit dem Auswürgen Probleme bereiten können, so robust erweisen sie sich jetzt.

Natürlich müssen Sie ihre Abgottschlangen erst langsam an ein größeres Futterangebot gewöhnen. Es kann nicht angehen, dass Sie noch im Dezember alle 14 Tage eine Maus geben und im Januar jede Woche eine Mutterratte. Also, langsam steigern!

Wenn die Boas eine zufrieden stellende Größe erreicht oder etwas zuviel Fett angesetzt haben, ist das Fütterungsintervall wieder zu verlängern.

Als Faust­regel für die weitere Zukunft kann gelten: Adulte (ge­schlechtsreife) Weibchen bekommen alle 2 bis 3 Wochen, ebensolche Männchen alle 3 bis 4 Wochen etwas.

Wenn Sie stolzer Besitzer eines "Schlegels" von drei Metern sind, genügt es alle vier Wochen ein Meerscheinchen oder einen jungen Zwerghasen zu füttern. Abgottschlangen dieser Größe (nur die vorher beschriebenen Unterarten können solche Maße erreichen) wachsen in der Regel dann nur noch langsam und neigen dazu, Fett anzusetzen.  

Die Zwangsfütterung

Verweigert ein neugeborenes Boa constrictor Baby auch Wochen nach der ersten Häutung hartnäckig die Nahrung und befindet es sich in einem Zustand, wo nicht länger zugewartet werden kann, ist zwangsfüttern angesagt.

Zu diesem Zweck töten Sie ein Futtertier geringer Größe (Babymaus) und machen es mit Eiklar gleitfähig. Anschließend nehmen Sie den frisch toten Nager horizontal mit einer stumpfen Pinzette so, dass deren Enden nicht über den Kopf hinausragen. Dann schieben Sie das Futtertier in den Schlund der Schlange, bis es nicht mehr zu sehen ist. In den weitaus meisten Fällen wird dadurch der Schluckreflex des Schlangenbabys aktiviert und der Weitertransport des Nagers in den Magen ohne weitere Maßnahmen durchgeführt. Geschieht das nicht, massieren Sie den Nager vorsichtig in Richtung Körpermitte der Schlange, bis er an seinem Bestimmungsort angekommen ist.

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Nach einer guten Woche können Sie erneut Futter anbieten. Bei Ablehnung erfolgt wieder Zwangsfütterung. Diese Prozedur muss solange wiederholt werden, bis das Tier selbständig frisst.

Meistens wird dies nach wenigen Wochen der Fall sein. Wir haben allerdings auch schon von hartnäckigen Verweigerern gehört, die mehr als ein Jahr zwangsgefüttert werden mussten.

Eine Zwangsfütterung von kranken Schlangen führt in vielen Fällen zum baldigen Ableben der Tiere durch den Streß der Zangsfütterung. Deshalb halten wir eine Zwangsfütterung nur bei Riesenschlangenbabys, die das Futter verweigern für vertretbar.

Ausscheidungen

Etwa drei bis fünf Tage nach der Fütterung scheidet die Boa Urin und Harnstein aus. Bei letzterem handelt es sich um weißlich bis gelbliche Ballen von weicher, manchmal auch harter Konsistenz.

Der später abgegebene Kot sollte geformt, von bräunlicher Farbe und nicht allzu überriechend sein (Maiglöckchenduft dürfen Sie allerdings nicht erwarten).

Beim Verfüttern von Federvieh können die Ausscheidungen breiig und übel riechend ausfallen. Es besteht aber kein Anlass zu Sorge, denn das ist in diesem Fall normal.

Auch brauchen Sie sich keine Gedanken zu ma­chen, wenn adulte Boas sehr lange nicht abkoten. Insbesondere Abgottschlangen der Subspezies Boa c. amarali sind Spezialisten im Kotsammeln, wie wir feststellen konnten. Bei ihnen muss man schon bei den Babys verhältnismäßig lange warten, bis die verabreichte Maus verdaut wieder zum Vorschein kommt.